Doppelstehfalz: Technik, Material und worauf es bei Metalldächern ankommt
Warum der Doppelstehfalz ohne Zusatzmaßnahmen regendicht ist, welche Neigung er braucht und wie Fest- und Schiebehafte funktionieren.

Was den Doppelstehfalz ausmacht
Eine Art Längsverbindung nebeneinanderliegender Scharen kennzeichnet den Doppelstehfalz. Diese Falzverbindung sichert ohne Zusatzmaßnahmen die Regendichtigkeit und Schneesicherheit. Die einzige Ausnahme bildet Rückstauwasser, beispielsweise durch Eisschanzen an der Traufe. Gestalterisch zeichnen ihn die Feinlinigkeit und eine Vielzahl an Detailvarianten aus.
Wie der Falz entsteht
Mit Hilfe von Falzmaschinen beziehungsweise Klempnerwerkzeugen erfolgen die erforderlichen Kantungen der Profile und das Schließen der Falze. Die Falzhöhe beträgt 25 Millimeter. Handwerklich ist das anspruchsvoll: Jeder Anschluss an Kamin, Gaube oder Ortgang wird einzeln angearbeitet.
Mindestneigung: 7 Grad
Die Dachneigung sollte bei dieser Art von Dächern mindestens 7° betragen. Darunter steigt das Risiko, dass sich Wasser staut – vor allem bei Eisbildung im Winter. Wer flacher bauen will, braucht zusätzliche Maßnahmen im Aufbau.
Warum Scharen nicht endlos sein dürfen
Die allgemein übliche maximale Scharlänge beträgt 10 Meter. Dieses Maß hat sich bewährt und berücksichtigt die Ausdehnungsabstände, die bei Metall grundsätzlich einzuplanen sind. Metall arbeitet bei Temperaturwechseln – wer das ignoriert, bekommt Beulen, Geräusche und im schlimmsten Fall gerissene Falze.
Fest- und Schiebehafte
Mittels Fest- und Schiebehaften wird die Schar gegen Windsog und Abrutschen befestigt. Die Festhafte fixieren die Lage, die Schiebehafte lassen die thermische Bewegung zu. Gerade an der Küste, wo Windsog eine echte Größe ist, entscheidet die Haftteilung über die Sicherheit der ganzen Fläche.
Welches Material passt
Möglich sind unter anderem Titanzink, Kupfer, Aluminium und verzinktes Stahlblech. Titanzink ist der Klassiker mit ruhiger Patina, Kupfer die langlebigste und teuerste Variante, Aluminium leicht und in vielen Farbtönen verfügbar. Die Entscheidung hängt von Objekt, Umgebung und Budget ab – in Küstennähe spielt zusätzlich die Salzbelastung eine Rolle.
Stehfalz und Photovoltaik
Ein praktischer Vorteil: Auf einem Stehfalzdach werden Solarmodule geklemmt, nicht geschraubt. Es entsteht keine Durchdringung der Dachhaut. Wer ohnehin über eine Anlage nachdenkt, sollte das bei der Materialwahl mitdenken.
